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Spam - die unerwünschte Werbeflut aus dem Internet
23-07-03 16:20
Alter: 5 yrs


VON: KATRIN FISCHER





(Wirtschaft Regional / Juli2003)

 

Statt Geschäftspartner und Freunde haben nur lüsterne Schulmädchen, Immobilen-Haie, die angebliche "Gewinnausschüttung" und der Sohn eines Ex-Präsidenten geschrieben, der Ihnen aus unerfindlichen Gründen viel Geld schenken will: Ihr Postfach quillt über vor Spam.

 

Woher kommt der Ausdruck Spam?

 

SPAM ((Spiced Porc and Ham)) ist ein Frühstücksfleisch der Firma Hormel und wurde durch einen Sketch im "Flying Circus" der britischen Komiker von Monty Python berühmt. Im Sketch wird in einem Restaurant zu jedem Gericht (unerwünschtes) Frühstücksfleisch (Spam) serviert. Diesem Sketch verdankt das Wort Spam seine Verwendung im Internet als Begriff für alle unerbetenen Werbe-E-Mails.

 

Die meisten Spams sind kommerziell und werden aufgrund der geringen Kosten für den Versender in grossen Massen verschickt (100'000 bis Millionen). Mittlerweile macht Spam zwischen 20 und 30 Prozent aller weltweit versendeten E-Mails aus. Allein die Kosten für den Download werden weltweit auf 10 Mrd. Euro geschätzt.

 

Was kann man gegen Spam tun?

 

Je nachdem welche Dienste man im Internet nutzt, gibt es ein unterschiedliches Risiko Spam-Mails zu erhalten. In der Regel können Sie davon ausgehen, dass eine Adresse nur dann mit Spam eingedeckt wird, wenn Sie oder Dritte diese bekanntgeben. Quellen von E-Mailadressen können sein: Eingabeformulare, Usenet (Newsgroups), E-Mailverzeichnisse, Webseiten. Auch wenn es bei häufiger Internet-Nutzung nahezu unmöglich ist, Spam komplett abzustellen - mit den hier aufgeführten Grundregeln dämmen Sie die lästige Flut unerwünschter Werbung zumindest ein.

 

 

Niemals antworten!

 

Auf keinen Fall sollte man auf ein Spam- Mail direkt antworten. Vorsicht auch bei Links in der Mail, die "abmelden", "remove" (engl. "entfernen") oder "unsubscribe" (engl. "abmelden") lauten: Haben Sie einen seriösen Newsletter tatsächlich abonniert, können Sie sich über einen solchen Link wieder aus der Liste des Versenders austragen lassen. In Spam-Mails dagegen ist ein solcher Link nur ein weiterer Trick, um die Gültigkeit der E-Mail-Adresse zu bestätigen, oder den Empfänger auf eine Webseite zu locken.

 

Die automatische Vorschau der E-Mails abstellen

Schalten Sie die automatische Vorschau in Ihrem E-Mail-Programm ab. Damit schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Spammer schicken zum einen HTML-E-Mails, die einen Verweis auf eine Grafik enthalten. Falls diese Grafik durch das Öffnen der E-Mail (auch in der Vorschau) vom Server abgerufen wird, ist das für den Spammer der Beweis, dass diese E-Mail-Adresse existiert. Zum anderen werden dann in der Vorschau Scripte und Anhänge mit eventuell darin versteckten Viren nicht mehr automatisch ausgeführt. Das geschieht nur noch, wenn Sie die E-Mail bewußt öffnen.

 

Filter im E-Mail-Programm anlegen

E-Mail-Anbieter stellen ihren Anwendern in der Regel die Möglichkeit zur Verfügung, E-Mails schon bei der Ankunft auf dem Server zu filtern. Zusätzlich wird auf dem Markt diverse Software mit Anti-Spam Filtern angeboten, ein großer Teil davon auch kostenlos.

 

Die zweite Adresse

 

Viele Nutzer schützen sich durch eine zweite E-Mail-Adresse. Das ist eine kluge Strategie, dann kann man sich das Haupt-Postfach für Wichtiges freihalten. Also legen Sie bei einem kostenlosen E-Mail Anbieter (GMX, Web.de) ein Konto an, und geben Sie bei Registrierungen für Shareware, Gewinnspiele, etc. die Zweit-Adresse ein. Schauen Sie alle paar Wochen in Ihr Zweit-Postfach und entsorgen Sie Werbe-Mails mit wenigen Mausklicks.

 

Homepage-Betreiber

 

Sie sollten ihre E-Mail-Adresse niemals im Klartext auf Ihrer Internetseite angeben. Spammer sammeln auch auf Web-Seiten mit automatischen Suchprogrammen neue Mail-Adressen.

 

Die Prognosen für die nächsten Jahre sind düster: Filterhersteller Brightmail konstatierte einen Anstieg von 8 % auf 41 % Spam-Mails innerhalb der letzten 12 Monate. Nach Einschätzungen des Dienstleisters MessageLabs wird die Anzahl der unerwünschten Mails in Kürze die der anderen überschreiten. Bei Unternehmen, die stark im Internet und in der Öffentlichkeit präsent sind, ist das schon heute der Fall.

 

Da kein Mittel 100%ig wirksam ist, sollte man trotz verschiedener Gegenmaßnahmen ein gewisses Maß an Mailbelästigung immer einkalkulieren. Mit etwas Glück findet sich darunter auch einmal ein kreatives Schmankerl.

 








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